197_2_1_1_1_de.gif Aristoteles: "Was man lernen muss, um es zu tun, lernt man, indem man es tut: So wird man Baumeister dadurch, dass man baut, und Kitharaspieler dadurch, dass man spielt."  197_1_4_10_1.jpg

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Coaching am Rande des Burnout

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Harald, Keyaccount-Manager eines Telekommunikationsunternehmens, war in die Coaching-Praxis von Thomas J. Nagy gekommen und wollte nur schlafen, schlafen, schlafen ...

Lösungsorientiertes Arbeiten war mit ihm kaum möglich, er war antriebslos, passiv und ohne Zielperspektive. Ein ausgeprägtes Burnout-Syndrom wurde vermutet, doch war sich der Coach nicht sicher, ob er mit einem Burnout-Opfer  überhaupt arbeiten könne/dürfe.

"Natürlich kannst Du mit Burnout-Opfern arbeiten", bestärkte ihn Hans Tomaschek, Psychotherapeut und Coach. "Vergiss
dabei nicht, die menschliche Psyche ist keine dreispurige Autobahn, sondern so schmal wie eine Rasierklinge. Ganz leicht kann man kippen!"
So begann die Auseinandersetzung mit dem 12-stufigen Burnout-Zyklus von Freudenberger, den Chancen, Möglichkeiten und Grenzen von Coaching. Die Arbeit mit Harald zeigte, dass Coaching - ergänzend zu einer professionellen Psychotherapie - sinnvoll sein kann.

Hans Tomaschek und Thomas J. Nagy beleuchten die vielschichtigen Erscheinungsformen von Burnout anhand von Fallbeispielen. KundInnen wurden in diesem Buch mit neuen Identitäten versehen, doch sind Ähnlichkeiten mit ihren Burnout-Erfahrungen durchaus beabsichtigt. 
 

Das Autorenteam 

Mag. Hans Tomaschek, 
Jahrgang 1947, Vorstand der origo GmbH, Gesellschaft er der M.O.C GmbH, Gründer des V Institut für Burnout und Stressmanagement.

Unternehmensberater, Jurist, Mediator, Coach, Trainer, Gruppenanalytiker, Supervisor, Psychotherapeut.

Gründer der Netzwerkbetriebe SALVIA und M.O.C sowie des ACC - Österreichischer Dachverband für Coaching.
Ausbildungsleiter der Europäischen Ausbildungsakademie in Österreich und Deutschland.

"Die Kunst ist es, vor Begeisterung zu brennen, doch dabei nicht auszubrennen."


Thomas J. Nagy, MSc
Jahrgang 1963. Studierte ursprünglich Werbung (Wirtschaftsuniversität Wien) und war zwanzig Jahre als Marketing- und Kommunikationsberater tätig, bevor er nach einschlägigem Studium an der Europäischen Ausbildungsakademie systemisch-konstruktivistischer Coach wurde.

Als Leiter des TrauerWeile - Trauerinformations und Beratungszentrums begleitet er zudem Hinterbliebene vom Abschied zum Neubeginn.

"Ein Auto erhält ein Jahresservice, die menschliche Psyche wird oft jahrelang ohne Wartung niedergefahren."
 

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek
Jahrgang 1964, Facharzt für Neurologie, Studium der Medizin und Biologie, Schwerpunkte: Akuttherapie, Prävention und Nachbehandlung zerebrovaskulärer Erkrankungen. Langjährige Erfahrung im Spital, in der ambulanten Behandlung und in der Forschung, Systemischer Coach (EAA).



 

Vorwort Univ.-Prof. Dr. Matthias Varga von Kibéd 

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Buch erwarten Sie ein lebendiges Gespräch und ein vergnüglicher Spaziergang durch das Land systemischer Methoden.

Eigentlich hatte ich ja viel zu wenig Zeit und habe nur irgendwie zwischen zwei Terminen etwas Platz freigeschaufelt, als Thomas J. Nagy mich bat, das gemeinsame Buch mit Hans Tomaschek, der mir seit vielen Jahren sehr lieb geworden ist, anzusehen.
Aber natürlich wollte ich wissen, was aus den Plänen von Hans, vielleicht ein Buch zu schreiben, geworden ist und das Thema interessierte mich. Denn immer mehr Freunde und KollegInnen erzählten mir, wie sie und Menschen in Ihrer Umgebung anfingen, sich zum Beispiel auf sogenannten Burnoutskalen einzuschätzen. Und manche änderten sogar Vieles in ihrem Leben.

Die Lektüre hatte es in sich. Ich habe das Buch auf einen Satz durchgelesen, einen Termin verlegt, um mir etwas aufschreiben zu können, von den vielen, Aspekten, die mich selbst angehen. Und zugleich fand ich, was ich las, unterhaltsam und präzise, aber auch eine echte Herausforderung, etwas für mich selbst zu ändern. Und natürlich wird das Auswirkung haben auf meine Arbeit mit anderen Menschen.

Ich hoffe, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, und ich selbst in einiger Zeit auf die Begegnung mit diesem Buch und seinen Autoren zurückblicken werden, als einen guten Anlass zu vermehrter Achtsamkeit für dieses Thema und den Umgang mit den eigenen Ressourcen. Vielleicht wird es auch zu einem wunderbaren Impuls geworden sein, Leben und Lebendigkeit wieder mehr zu verbinden.

Ich wünsch diesem Buch und Euch, lieber Hans, lieber Thomas, vom Herzen viel Erfolg.

Matthias Varga von Kibéd
9. April 2008
 

Vorwort Mag. Hans Tomaschek 

Schreib´ bitte kein trockenes Fachbuch

Wie so oft im Leben kommt ein Impuls für eine Sache wie dieses Buch nicht einmalig. Wiederholt wurde ich durch verschiedene Personen inspiriert, mich endlich auch als Autor zu präsentieren. Am lebendigsten habe ich noch eine lange Autofahrt mit Matthias Varga von Kibéd von München nach Laxenburg bei Wien in Erinnerung. Die Fahrt war begleitet von heft igem Schneetreiben, und wer Matthias kennt, weiß, dass er jede Situation gerne für einen Diskurs mit Menschen nutzt, so auch diesmal. Er erzählte mir auf der langen Reise durch chaotische Verkehrsverhältnisse, dass er unter
anderem auch an einem neuen Buch arbeite, und ich bemerkte so beiläufi g, dass es auch für mich an der Zeit wäre, mich an den Schreibtisch zu setzen und mit dem Schreiben zu beginnen.

"Tu das, Hans, denn du hast so viel in den drei Jahrzehnten deines beruflichen Schaffens mit Menschen erlebt. Ich freue mich heute schon auf dein erstes Buch." Ich wurde plötzlich unsicher: Vielleicht sollte ich es doch lieber mit meinem guten Freund, Professor Uwe Grau, halten, mit dem ich Coaches nach dem Kieler Beratungsmodell ausgebildet habe. Der hat nach jeder abgeschlossenen Lehrveranstaltung sonor festgestellt: Nein, ich schreibe lieber keine Bücher, ich bleibe lebendig bei den Menschen unterwegs.

"Ja", entgegnete Matthias in seiner warmherzigen Art, "das kann ich schon verstehen, aber beginn einfach und schicke mir deine ersten Seiten. Und wenn du gestattest, dann schreib bitte kein trockenes Fachbuch, sondern so, wie du bist in deiner Lebendigkeit, egal zu welchem Fachthema." "Danke Matthias", war meine Antwort in ambivalenter Stimmung, hatte er doch etwas bei mir angerührt, was heute off ensichtlich Früchte getragen hat.

Einen weiteren Impuls zur Autorenschaft gab Michael White, australischerVertreter der narrativen Th erapie, bei einem gemeinsamen Heurigenbesuch in Guntramsdorf bei Wien auf meine Frage, wie er das mit dem Schreiben noch unterbringe in seinem Leben, zumal er in eigener Sache zum Weltreisenden geworden ist. Mit seinem liebevollen Lächeln erzählte er, dass Bücher bei ihm durchwegs nur in der Nacht entstehen, und auch er ermunterte mich: "Just do it!" Danach sangen wir den nächsten Countrysong als australisch-österreichische Coproduktion laut durchs Heurigenlokal - übrigens unter strenger Beobachtung meiner Frau Elfriede, die nicht so recht sehen konnte, wohin dieser professionalisierte Liederabend der beiden Coaches noch führen sollte.

Der nächste Impuls, wo ich um das Thema Burnout nicht mehr herum kam, war eine Veranstaltung eines großen Kongressorganisators, der mich als Gastvortragender zum Thema Burnout eingeladen hatte. Ich sehe diese Veranstaltung heute noch vor mir: Vor 40 Top-ManagerInnen aus dem Personalwesen stellte ich unter anderem den 12-stufigen Burnoutzyklus nach Freudenberger vor und beging dann den "Fehler", da die Stimmung unter den TeilnehmerInnen sehr lebendig angeregt und gut war, diese einzuladen, sich selbst auf der Skala zu positionieren. Das Ergebnis war dann für mich und meine weitere Arbeit mit dem Th ema Burnout sehr prägend, denn 40 Top-PersonalistInnen hatten sich damals off en dazu bekannt, sich zwischen 7 und 11 zu positionieren. Dies löste ein inneres Erdbeben in mir aus. Mir war im Vorfeld schon bewusst, dass Burnout ein Thema ist, das man nicht mehr übersehen darf. Doch stellte sich mir die große Frage, wie es erst den MitarbeiterInnen in Unternehmen mit dem Burnout ginge, wenn sich die Top-Personalverantwortlichen schon so ausgebrannt fühlen?

Es begannen in der Folge nicht nur ein heftiger Diskurs in mir über die Thematik und die Suche nach vielfältigsten Informationen dazu, sondern auch zahlreiche Gesprächen mit ExpertInnen verschiedenster Professionalitäten. Alle diese Recherchen führten dann zur Gründung des IBOS Institut für Burnout und Stressmanagement.

Als Ausbildungsleiter an der Europäischen Ausbildungsakademie wurde ich wiederholt von Führungskräft en, die zu den Teilnehmern zählen, auf die Bedeutung von Burnout hingewiesen. Es entstand in mir der flammende Wunsch, ein Coachingmodell zu diesem Thema zu entwickeln. So hoff e ich, dass mit diesem Buch ein erster Schritt gelungen ist, eine praxisnahe Arbeits-, Motivations- und Informationsunterlage für alle Coaching-Profis am Markt sowie für UnternehmerInnen, Führungskräfte und MitarbeiterInnen in Profit- und Non-Profit-Bereichen zu veröffentlichen. In dankbarerer Verbundenheit mit Matthias Varga von Kibéd, Michael White und Professor Uwe Grau möchte ich an dieser Stelle auch noch meiner Frau Elfriede und meinen beiden Söhnen Michael und Nino danken, die mich alle zur Autorenschaft ermutigt haben.

Zu guter Letzt möchte ich meinem Co-Autor,Thomas J. Nagy, und seinem Team herzlich für die kooperative Zusammenarbeit und die Konzeptidee danken, Fachwissen so zu vermitteln, dass es nicht trocken, sondern aus dem Leben eines Coaches vermittelt wird. Ich denke, diese Lebendigkeit werden Sie als LeserIn spüren.

Brennendes Interesse wünscht Ihnen
Mag. Hans Tomaschek
 

Vorwort Thomas J. Nagy 

Vom Spagat ohne Leistenzerrung

Wie schreibt man mit einem Mann, der ganz klare Vorstellungen hat, wie ein Buch nicht sein darf, ein Buch über Burnout? Es darf nicht trocken sein, es sollte ebenso praxisnah wie unterhaltsam sein, die humorvolle Art meines Co-Autors sollte darin seinen Ausdruck finden - kurz - es darf nicht langweilen. Zudem müsse es gelingen, einen Spagat zwischen Coaching-Profi s und Führungskräft en sowie MitarbeiterInnen zu vollführen. Ein ehrgeiziges Unterfangen; kann das überhaupt glücken?

Im August 2007 verbrachte ich zwei Wochen auf der schönen griechischen Insel Lemnos, wo Hans Tomaschek sehr schöne Th erapieräume am Hügel mit Blick über das Meer zum Berg Arthos hat. Im Gepäck hatte ich Skizzen, Notizen, Ideen und sehr viele verworfene Vorschläge für die Struktur dieses Buches. Dann geschah etwas sehr Merkwürdiges: ich träumte das ganze Buch. Wirklich, bis ins kleinste Detail. Als ich aufwachte dachte ich, dass das nicht möglich sei, und ging laufen. Doch am Weg zu einer idyllischen Bucht, wo ich schwimmen wollte, fiel mir Seite für Seite wieder ein. Was war geschehen? Ich hatte mir überlegt, die Geschichte nicht zu konstruieren, sondern authentisch wiederzugeben. Mich selbst so zu präsentieren wie ich bin - ein Coach, der allmählich mit Hans Tomascheks Unterstützung zum Burnout-Experten wird - und auch Hans in seiner unverwechselbaren Art wiederzugeben. Somit entstand ein "Entwicklungsroman", der erzählt, wie ich als Coach plötzlich mit dem Thema Burnout konfrontiert wurde. Ich ließ es einfach zu, einen Anfang zu schreiben und danach Schritt für Schritt wiederzugeben, wie sich die Geschichte entwickelte, ohne das genaue Ziel zu kennen. Es gibt zahlreiche Bücher über Coaching und zunehmend mehr über Burnout.

Viele sind trocken, theoretisch und unglaublich langweilig, weil so sehr bemüht, "klug" rüber zu kommen. Hans Tomaschek und ich wollten keines dieser "gescheiten" Bücher schreiben, sonderneines, das man als ExpertIn und auch als EinsteigerIn in die Burnout-Thematik gleichermaßen gerne liest, weil es sich leicht, aber fundiert, unterhaltsam, aber auch mit konkretem Fachwissen, sympathisch und kompetent präsentiert. Ob dieser Spagat gelungen ist oder zu einer Leistenzerrung führt, müssen Sie als LeserIn beurteilen. Wir wollen Sie ein Stück des Weges begleiten und Ihnen die weitere Fachausbildung zum
Coaching am Rande des Burnout herzlich empfehlen.

Burnout ist ein großes und verantwortungsvolles Coaching-Thema, doch kann man mit professioneller Einstellung, gesunder Selbsteinschätzung, dem nötigen fachlichen Rüstzeug sowie Demut, Respekt und Wertschätzung vor den Betroff enen sowohl im Burnout selbst, bei der Rückführung in den normalen Alltag, aber vor allem auch bei der Prophylaxe, wertvolle Dienste leisten.

So werden Sie es schaffen!
Thomas J. Nagy, MSc
 

Pressespiegel 

"Der lockere Ton mag zunächst erstaunen, doch die Autoren zeigen mit viel Einfühlungsvermögen Chancen und Wege auf, wie mit Burnout-Opfern gearbeitet werden kann."
Wirtschaftsblatt


"Coaching am Rande des Burnout zeigt Therapeuten, Führungskräften, Kollegen und Betriebsärzten der Betroffenen, wie man die Leistungsbesessenheit exorziert und die ganz normale Freude am Leben außerhalb des Berufs wieder herstellt."
brennstoff


"Anspruchsvoll, aber gut und lustvoll geschrieben, lehrend und anleitend, aber so, dass an es nehmen kann ... "Wartung für die menschliche Psyche", wie Thomas Nagy sagt - als solches ist dieses Büchlein zu empfehlen. Als Reflexionswerkzeug und als Prophylaxe."
Der Standard


Es handelt sich um ein kleines und handliches Buch im Taschenbuchformat, welches gut für unterwegs geeignet ist. Inhaltlich ist es auch so aufgebaut und vom Schreibstil her sehr „unterhaltsam“ geschrieben, dass es, nicht wie andere Fachbücher, gut auch außerhalb der Arbeit/Praxis gelesen werden kann.

Nagy beschreibt, wie er als Coach mit Burnout Klienten zu arbeiten und sich damit auseinanderzusetzen begonnen hat, ob Menschen mit Burnout für Coaching geeignet sind, bzw. auch, wie die Symptomatik und Diagnose von Burnout konkret aussieht. Anhand von drei anonymisierten Klientengeschichten beschreibt er Symptome, Interventionen und Verlauf. Im Laufe dessen wendet er sich auch an den Burnout Experten Tomaschek, der ihm in informellen Treffen sein wertvolles Wissen zur Verfügung stellt. In diesen Inhalt, der als roter Faden durch das Buch dient, eingebaut sind viele Definitionen rund um dieses Thema. Quellenangaben und weitere sehr hilfreich und übersichtlich gestaltete Informationen. Durch diese Gestaltung wird das Buch auch auf lange Sicht gut als schnelles Referenzbuch dienen können. Das Verwenden einer zusätzlichen Farbe (orange) durch das ganze Buch hindurch trägt sehr zum vorhandenen Aufforderungscharakter bei.

Das Buch ist von Interesse für jede/n PsychologIn, besonders für jene im Coaching Bereich, da es neben einer guten Beschreibung der Burnout Symptomatik auch gut Aufschluss über Grenzen des Coaching und die Zusammenarbeit der Disziplinen Coaching, Psychologie und Psychiatrie gibt. Es werden die im Untertitel versprochenen Chancen, Möglichkeiten und Grenzen ausführlich besprochen. Auch der Haupttitel – Coaching am Rande des Burnout – ist sehr gut gewählt, da gut aus dem Buch hervorgeht, worauf beim begleitenden Coaching geachtet werden soll, und dass der Nutzen für die/den Klientin/en mannigfaltig ist, wenn Coaching dezidiert im Rahmen dessen bleibt und sich nicht zu viel zumutet und versucht, darüber hinaus zu wirken, sondern darauf achtet, dass dieser Bereich von einer/m (weiteren) PsychologIn betreut wird.

Der Aufbau und Schreibstil sind neu und erfrischend und besonders erfreulich für ein Fachbuch, keine sonst oft zu tolerierende Trockenheit ist zu finden, keine Langatmigkeit. Ein Index ist nicht vorhanden und wäre vielleicht eine erfreuliche Ergänzung in der nächsten Auflage, doch scheint dieser nicht allzu sehr zu fehlen durch die besonders gute Struktur und optische Aufmachung durch das ganze Buch hindurch. Zusammenfassend bemerkt, das Buch ist ein guter Leitfaden und es spart Zeit, sich mit diesem kompakten Buch dem Thema Coaching und Burnout zu nähern.

Für Sie gelesen von Sabine Edlinger-Starr, Wien und San Diego
Rezension, Psychologie in Österreich 1 / 2009


Dieses Buch möchte ein "Entwicklungsroman" sein, kein trockenes Fachbuch. Und in der Tat vermisst der wissbegierige Leser in diesem Buch all das, was ein trockenes - "richtiges" - Fachbuch ausmacht: Ein Literatur-, vielleicht auch ein Personenverzeichnis beispielsweise, Fußnoten und statistische Tabellen sowie eine Sprache, die eher distanziert ist, referiert, Quellen und Lehrmeinungen diskutiert Und doch ist dieses Buch mitnichten mit diesen dünnen "Tütensuppen" der Ratgeber-Literatur zu vergleichen - es strotzt hingegen nur so vor Impact. Ob es auch ein guter Roman ist? Nun, der Rezensent erinnert sich - neben all der Fachliteratur - durchaus packende Romane gelesen zu haben. Mit diesen kann dieses Büchlein schwer mithalten. Und doch zeigt es - durchaus spannend und manchmal auch kurzweilig unterhaltend - eine Entwicklung, eine Geschichte auf: Es ist die eines Coachs, der plötzlich mit einem Klienten konfrontiert wird, der am Burnout-Syndrom leidet. Da fragt sich der Coach - zurecht, ob er da helfen kann, soll, wenn ja, wie, wo die Grenzen seiner Kunst liegen. Mit diesen Zweifeln wird der Leser konfrontiert, stutzt, reibt sich vielleicht die Augen, weil er vielleicht "Rezepte" erwartet hatte, und gerät unversehens hinein in diesen Roman, indem er sich selbst jene Fragen stellt und sich mit der Sache beschäftigt, auseinandersetzt - und auf eine Lernreise mitgenommen wird.

Alle Fachbegriffe werden in kleinen Textkästen am Rande erklärt. So erschließt sich beispielsweise die komplette systemische Klaviatur quasi en passent. Dito schaut man dem Coach bildlich gesprochen über die Schulter, wenn er sich die Hintergründe zum Burnout-Syndrom erarbeitet. Und dazu gehören natürlich auch weiterführende Themen wie Stress oder Salutogenese. Dazu werden auch wieder in Textkästen Auszüge aus Büchern gereicht; dass hier Literaturangaben oder weiterführende Hinweise im Text fehlen, muss nicht stören, kann aber anregen, sich selbst auf die Pirsch zu machen. Das Buch stimuliert also zum eigenständigen Weiterlernen.
Rezension von Thomas Webers auf Austrian Coaching Council


 

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